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weniger krankheiten durch eine bessere hygiene in tansania

"diese Dinge schockieren, aber motivieren mich weiterzumachen"

Es muss ja nicht immer so klinisch rein sein, wie bei uns in der Schweiz. Doch was die Fachperson Linda Stamm in ihrem Einsatz in Shirati punkto Hygiene erlebt hat, entbehrt jeglicher Vorstellungskraft. Hier eine kleine Episode aus dem neusten Rundbrief von Linda und Florian Stamm, welche verdeutlicht, warum der Einsatz von Linda so wichtig ist für die Gesundheit unzähliger Menschen in Tansania.

 

"Shirati ist ein sehr kleines, ärmliches Dorf im Norden Tansanias, unweit von der kenianischen Grenze entfernt. Es ist nicht selbstverständlich, dass hier jeder eine Toilette besitzt und Wasser zum Hände und Lebensmittel waschen hat, geschweige denn für die Wäsche. In und um Shirati gibt es offiziell kein fliessendes Wasser, was diesen Umstand noch verschlimmert. Wasser muss von weit her geholt werden, meistens aus dem drei Kilometer entfernten Victoria See. Dort gibt es Wasser in Hülle und Fülle, doch das Wasser ist mit Quecksilber und allen möglichen Viren, Bakterien und anderen Mikroorganismen kontaminiert. Ganz schlimm ist der See mit Bilharziose verseucht, die Volkskrankheit der Lake Zone. Aber nicht nur Bilharziose gehört zu den Krankheiten, mit der die Bevölkerung immer wieder zu kämpfen hat. Es ist auch Cholera. Innerhalb von Stunden kann diese Krankheit tödlich verlaufen. Besonders gefährdet sind Kinder.

 

Wasserquellen von Fäkalien verunreinigt

Mit meiner Partnerorganisation Maji Safi arbeite ich mit lokalen Community Health Educator zusammen um Aufklärungsarbeit in den Dörfern zu machen und alle möglichen Fragen von der Bevölkerung bezüglich WASH (Wasser, Sanitäreinrichtungen und Hygiene) und Wasserkrankheiten zu beantworten. Wir geben auch Ratschläge für das Leben und versuchen, den Leuten die Übertragungswege dieser Krankheiten zu erläutern, von denen die Leute hier immer und immer wieder krank werden. Es fehlt an vielem, doch meistens auch einfach an der eigenen Disziplin. Wenn die Notdurft ansteht, ist es leider selbstverständlich, sich im Feld des Nachbarn oder hinter dem Haus des Dorfladens zu erleichtern. Spielen Kinder am Boden oder kommt dann der Regen, ist es meistens schon zu spät. Die Viren und Bakterien haben bereits angefangen sich auszubreiten. Der Regen weicht den ganzen Boden auf und die Fäkalien-Brühe fliesst, dem Gefälle entlang, in Richtung See.

 

Ein schockierendes Erlebnis

Draussen, im Feld, gibt es immer wieder Dinge zu sehen, die einfach schockierend sind, aber einen motivieren weiter zu machen. Maji Safi hat 11 verschiedene Projekte unter anderem eines mit dem Namen Home Visit. Als Public Health Advisor bei der Maji Safi Group gehört es für mich zur Aufgabe, die Community Health Educator (CHE) von Maji Safi bei ihren Einsätzen im Feld zu begleiten, Fragen der Bevölkerung zu beantworten auf welche die CHE keine Antwort wissen und um selbst informiert zu bleiben, wie es ‹gesundheitlich› um die Dorfbewohner steht. Ich war mit dem Home Visit-Team, unweit von Shirati entfernt, im Einsatz. Wir besuchten Häuser von den Leuten um Aufklärungsarbeit zu machen. Ein Service, der bei der Bevölkerung sehr geschätzt wird, denn wir als Maji Safi kommen zu ihnen nach Hause, schätzen die Lage ein, sehen wo Handlungsbedarf besteht und können unsere Schulungen entsprechend der Situation anpassen und gestalten. Dort draussen wo wir arbeiten, gibt es keinen Shop, kaum Wasser, es gibt kaum Bildung und auch kaum Zugang zu medizinischer Versorgung.

Wir kamen zu einem Haus um die Mittagszeit, in dem eine Familie lebt. Der Vater war am See, Wasser holen und nicht anwesend. Die Mutter war mit ihren sechs Kindern alleine zuhause und versuchte mit ein paar Kartoffeln vom Feld etwas zu Essen zu kochen. Wir mussten warten, bis die Mutter Zeit für uns hatte und man konnte ihr ansehen, dass es ihr nicht recht war, dass wir sahen, wie ärmlich sie mit ihrer Familie lebt. Die Mama gab den Kindern einen Topf mit gekochten Kartoffeln und alle sechs Kinder stürzten sich an den Essenstopf. Ohne ihre Hände zu waschen, begannen sie das Essen so schnell wie möglich in sich hinein zu stopfen – diese Kinder litten richtig Hunger. Aber nicht nur die Kinder waren interessiert an den Kartoffeln. Sofort kamen noch Hühner dazu, die aus demselben Topf mit assen wie die Kinder und das eine oder andere Huhn setzte sich gar in den Topf. Die Kinder assen weiter, bis eine Kuh Herde über genau diesen Topf getrieben wurde. Der eine oder andere Huf stand auch im Essen der Kinder. Doch als die Kuh Herde weiter gezogen war, assen die Kinder weiter als wäre nichts passiert.

 

Lernen, Wasser für's Händewaschen zu "verschwenden"

Solche Momente im Feld auszuhalten, ist emotional unglaublich schwer und tausend Gefühle durchlaufen einen. Man muss sich von solchen Szenerien distanzieren können, sonst geht man kaputt. Nach dem Essen hatte die Familie Zeit unserer Schulung zuzuhören und es stellte sich heraus, dass so ziemlich alle Kinder immer wieder unter Durchfall, Würmern und Amöben litten. Bei solchen Umständen ist das auch nicht verwunderlich. Auch hatten alle sechs Kinder sichtbare Pilz-Infektionen auf der Haut. Natürlich ist es schwer, wenn man kein Wasser hat, Wasser fürs Hände waschen zu ‹verschwenden›. Aber ein bisschen Wasser fürs Hände waschen zu verschwenden ist immer noch billiger, als anschliessend die Reise in ein Spital oder Gesundheitszentrum anzutreten und den Arzt und die Medikation zu bezahlen.

 

Entscheidende Präventionsarbeit im Feld 

Genau solche Fälle zeigen, wie wichtig die Präventionsarbeit von Maji Safi im Feld ist. Manchmal braucht es nicht viel um etwas erreichen zu können. Es reichte schon, die Krankheitsübertragungswege genau dieser Krankheiten der Mama und den Kindern zu erklären und jemand, welcher der Familie vorrechnete, wie viel Wasser man zum Hände waschen braucht und was im Vergleich die Kosten sind für eine medizinische Behandlung und, im schlimmsten Fall, für einer Beerdigung. Natürlich ist es nicht mit einem einmaligen Besuch in einer solchen Familie getan. Das Home Visit-Programm besucht diese Familien immer und immer wieder, um der Familie bestmöglich betreuend und beratend zur Seite zu stehen, bis die gesamte Familie mit den neuen Gewohnheiten vertraut ist..."

 Den vollständigen Rundbrief ist auf dem Webprofil von Linda Stamm als PDF downloadbar.

 

 

 

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Linda Stamm bei ihrer Arbeit für die Maji Safi Group

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Aufklärungsarbeit ist eine zentrale Methode zur Bekämpfung von Wasser- und Hygienebedingten Krankheiten

Aufklärungsarbeit ist eine zentrale Methode zur Bekämpfung von wasser- und hygienebedingten Krankheiten

 

Besonders im Zentrum steht die Gesundheit der jüngsten Generation. So soll ihnen ein selbstbestimmter Weg aus der Armut ermöglicht werden.

Besonders im Zentrum steht die Gesundheit der jüngsten Generation. So soll ihnen ein selbstbestimmter Weg aus der Armut ermöglicht werden.

 

Das neuste Projekt von Maji Safi, das "Arborloo"- eine einfache low cost Kompost-Toilette

Das neuste Projekt von Maji Safi, das "Arborloo"- eine einfache low cost Kompost-Toilette

Linda Stamm stellt sich vor

Linda Stamm

Bei Maji Safi ist es meine Aufgabe die Community Health Educator auf den neuesten Wissensstand zu bringen, sie weiterzubilden im Wissen von Wasserkrankheiten oder WASH. Auch helfe ich bei Schulungen und Workshops der Community Edicators rund um das Thema weibliche Hygiene (Female Hygiene).

 

Ein ganz neuer Aspekt von Maji Safi soll zukünftig auch sein, behinderte Kinder und Jugendliche in ihre Programme aufzunehmen. Hygiene und Sauberkeit ist auch wichtig für Menschen, die mit einer Behinderung leben. Ebenso werden Schulungen für Eltern angeboten, wie man mit einem Kind umgeht, das geistig oder körperlich beeinträchtigt ist.

 

Besuchen Sie jetzt mein Webprofil und lesen Sie den vollständigen Rundbrief von mir und Florian.

 

→ Zum Einsatzprofil von Linda Stamm