KAMPF GEGEN HÄUSLICHE GEWALT IN Bolivien

Spitzenreiter Bolivien – einige traurige Zahlen

  • Laut der panamerikanischen Gesundheitsorganisation war 2013 mehr als jede zweite Frau bereits einmal Opfer häuslicher Gewalt.
  • Heute hat sich die Situation kaum verbessert in Bolivien.
  • Rund 70% aller Kinder Boliviens erleben laut UNICEF Misshandlungen in der Schule.
  • Trotz neuer Gesetze funktioniert die bolivianische Justiz schlecht. Die Folgen: Rund 80% der Opfer vertrauen nicht auf staatliche Unterstützung.

Quelle: Pan American Health Organization

Mit Radiosendungen gegen Gewalt – Portrait einer jungen Bolivianerin

Eliza ist 15 Jahre alt. Sie lebt mit sechs Geschwistern und ihrer Mutter in einem Quartier in Potosí, wo vorwiegend Bergarbeiterfamilien wohnen. Die Stadt liegt auf 4'100 m ü.M. und hat über 170'000 Einwohner/-innen. Das Leben in solchen Randregionen Boliviens ist oft hart und von Gewalt geprägt. «Leider ist Gewalt in bolivianischen Familien weit verbreitet», meint Eliza nachdenklich.

 

Machismus bereits Teil der Erziehung

Grund sieht sie vor allem im Machismus, dem «Streben nach Macht der Männer», wie sie sagt. «In unserer Gesellschaft werden wir von klein auf so erzogen. Wir nehmen gewisse Verhaltensmuster bereits früh auf, das sehe ich auch bei meinem kleineren Bruder», meint Eliza. Auch im Falle ihrer alleinerziehenden Mutter nimmt sie Diskriminierung wahr, von Seiten der Lehrkräfte, anderen Eltern oder sonstigen Personen. 

Mit Radiosendungen neues Verhalten erlernen

Doch letztes Jahr wurde Eliza auf den Radiokurs von Radio ACLO aufmerksam. Dabei handelt es sich um ein Projekt der INTERTEAM-Partnerorganisation CEPROMIN; er richtet sich an Jugendliche, die sich für das Thema innerfamiliäre Gewalt und Gewalt an Kindern interessieren oder selber davon betroffen sind. «Für mich war dies eine tolle Möglichkeit mit Eltern und Kindern zu kommunizieren; ich kann sie so auf alte Denk- und Verhaltensmuster aufmerksam machen», ist sich Eliza sicher. Ausserdem hat sie in den Kursen der INTERTEAM-Fachpersonen Hannah Lina Schütz und Miguel Villafranca viel über Gewalt und ihre Ursachen gelernt. Nun will sie mit der Jugendsendung «ihren» Hörerinnen und Hörern neue Wege aufzeigen, wie ein gewaltloses Zusammenleben in Familien möglich ist. Denn mittels Radio können in Potosí auch abgelegene Regionen erreicht werden.

 

Das neue Wissen hat Eliza auch bereits in ihrer eigenen Familie angewandt. «Mich interessieren aber auch die juristischen Aspekte, denn ich möchte später einmal Jura studieren damit ich noch mehr in unserer Gesellschaft verändern kann», meint Eliza mit überzeugter Stimme.

So erfolgt die Unterstützung durch INTERTEAM

  • In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen vor Ort hilft INTERTEAM gewaltbetroffenen Kindern, Jugendlichen und Frauen bei der Verarbeitung von Traumata.
  • INTERTEAM leistet Präventionsarbeit für ein besseres Leben ohne Gewalt.
  • U.a. unterstützt INTERTEAM die Partnerorganisation CEPROMIN finanziell im Rahmen des Projekts «Für weniger Gewalt in Bergarbeiterfamilien».
  • Zudem unterstützen INTERTEAM-Fachleute wie der Radiojournalist Miguel Villafranca CEPROMIN in der Medienarbeit mit Jugendichen: Er schult junge Leute im Produzieren von Radiosendungen und sensibilisiert diese in Zusammenarbeit mit weiteren Fachspezialisten für das Thema Gewalt.

 

Auf diesem Weg findet die kommende Generation nicht nur selber aus der Gewaltspirale; sie vermittelt der eigenen Gesellschaft auch Wege zu einem Leben ohne Gewalt.

 

Mehr erfahren über das Projekt «Für weniger Gewalt in Bergarbeiterfamilien» >

 

Mehr erfahren zum Einsatz der Fachperson Miguel Villafranca >

Das leistet die Partnerorganisation CEPROMIN

Das «Centro de Promoción Minera CEPROMIN» fördert mit seinen Projekten die Gleichberechtigung und den gewaltfreien Umgang durch Gewaltprävention. Bergwerksfamilien in Potosí sind besonders gefährdet. Deshalb schult CEPROMIN ausgewählte Personen aus Bergarbeiterfamilien, damit diese wiederum positiv auf ihr Umfeld einwirken (Sensibilisierung dank Multiplikatorinnen und Multiplikatoren).

 

Aktivitäten von CEPROMIN sind beispielsweise die Durchführung von Workshops zu Gendergerechtigkeit, Schulungen oder die Sensibilisierung für die Gewaltthematik mit Infoständen und Aktionstagen. Ausserdem betreibt CEPROMIN Gewaltprävention mit Radioprogrammen, produziert von Jugendlichen wie Eliza.

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