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INTERTEAM Student 2016

Julia bieri

Steckbrief zu Julia Bieri

Aktueller Grad im Studium

4. Semester an der PH Luzern; Studiengang Kindergarten und Unterstufe 

 

Projekt-Einsatzdauer

04. Juli – 15. August 2016

 

Einsatzland

Namibia

 

Betreuung vor Ort durch INTERTEAM Fachperson

Heinz Schmid, Sekundarlehrer

 

Arbeitsgebiet

  • Austausch mit Lehrpersonen
  • Organisation von Workshops im Fach Englisch

 

Erfahrungsbericht 2

Schule und Fussball

Unser fünf Wöchiges Praktikum an der Schule ist bereits vorbei und es war eine unglaubliche Erfahrung, eine Schule über fünf Wochen besuchen zu dürfen und deren Alltag kennenzulernen.

Im letzten Erlebnisbericht erzählte ich euch von den Horrorunterrichtsstunden in der 2. Klasse, mit Schülerinnen und Schülern die kaum ein Wort Englisch verstehen. Ungefähr eine Woche später musste dieselbe Lehrperson für eine Woche nach Windhoek um Prüfungen zu absolvieren. Ich durfte für diese Zeit ihre Klasse übernehmen und versuchen das Beste aus den Schülerinnen und Schüler herauszuholen.

Die ersten Unterrichtsstunden waren wieder von Chaos und Unruhe geprägt, in denen ich die Schülerinnen und Schüler (SuS) kaum dazu brachte auch nur zehn Rechnungen zu lösen. Gegen Ende des Tages sagte ein anderer Lehrer, sie seien zu laut und ich solle mit den Schülern Fussballspielen. Gesagt getan, wir waren draussen und die SuS spielten fast eine Stunde Fussball, da ich an diesem Tag einen Rock trug, wollte ich nicht mitspielen.

Am nächsten Tag fragten die SuS bereits in der Frühe, ob wir wieder Fussballspielen gehen. Meine Antwort war natürlich „ja, wenn ihr gut arbeitet“. Und so wurde es zu einer Art Ritual, wir arbeiteten zuerst bis circa elf Uhr und danach gingen wir Fussballspielen. Da ich selbst in der Schweiz Fussball spiele, spielte ich natürlich immer mit und die SuS hatten eine unglaubliche Freude. Immer, wenn wir nach Schulschluss zurückkamen, fragten mich die Lehrer erstaunt, ob ich mitgespielt habe (da an meinem ganzen Körper Sand klebte). Ich antwortete immer mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht „of course“.

 

Wertschätzung

Die meiste Zeit herrscht immer noch ein Chaos im Klassenraum, aber dank des Fussballs gewann ich das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler und es ging von Tag zu Tag besser. Mitte der Woche liess ich die SuS etwas mit Farbstiften zeichnen und hängte ihre Werke anschliessend im Schulzimmer auf. Die SuS machten riesen Augen am nächsten Tag, als ihre Zeichnungen im Zimmer hingen und freuten sich unglaublich über diese kleine Wertschätzung.

Am letzten Tag der Woche wollte ich mit den SuS Scherenschnitte machen. Es brauchte jedoch unglaubliche vierzig Minuten, bis sie einigermassen ruhig waren und ich starten konnte. Dafür war das Ergebnis umso schöner. Die Schülerinnen und Schüler waren so begeistert und stolz als sie die Scherenschnitte öffneten und noch mehr Freude hatten sie, als sie die Ergebnisse selbst im Klassenzimmer aufhängen durften.

So ging auch diese, für mich sehr anstrengende und lehrreiche Woche zu Ende, mit Halsschmerzen aber glücklich.

 

Was es mitzunehmen gibt

Die letzte Woche war dann etwas ruhiger und mit weniger Anstrengungen verbunden für mich. Und nun ist diese Unglaublich aufregende Zeit in der Nakazaza Combined School auch schon wieder vorbei. Ich werde viele tolle Erfahrungen, Bilder und Erinnerungen mit in die Schweiz nehmen, an die ich mich bestimmt mein ganzes Leben erinnern werde.

 

 

Zeichnungen und Scherenschnitte der SuS

 

Ich mit einem Lehrer und dem Abschiedsgeschenk des Lehrerteams 

 

Eine Schülerin der 2. Klasse

 

Erlebnisbericht 1

Morokeni!

Seit etwas mehr als zwei Wochen sind Besa und ich nun bereits in Namibia. Wir haben uns schon gut eingelebt und viele Dinge erlebt. Aber nun von vorne:

Am 3. Juli landeten wir mit einem etwas mulmigen Gefühl in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia. Als wir anschliessend von zwei sehr freundlichen Taxifahrern abgeholt und zu unserem Hotel gebracht wurden, verflog dieses Gefühl jedoch sehr schnell. Im Hotel angekommen, erkundeten wir erst einmal die Stadt. Diese war jedoch wie ausgestorben, da es Sonntag war. Am nächsten Tag ging die Reise mit dem Bus weiter – 800 Kilometer in den Norden von Namibia. In Rundu angekommen, wurden wir trotz später Stunde herzlich von Heinz und Anni Schmid begrüsst und in unsere Unterkunft für die nächsten fünf Wochen gebracht.

Am nächsten Tag (am Dienstag) erhielten wir eine Einführung von Heinz in das Schulsystem und die Kultur von Namibia. Nach dem anschliessenden Mittagessen in einem traditionellen Restaurant, nahm uns Anni mit auf eine Einkaufstour, bei welcher mir die Gegensätze zwischen Arm und Reich zum ersten Mal richtig bewusst wurden, denn neben der neu eröffneten Rundu Shopping Mall gibt es viele Frauen, die ihre Ware offen auf der Strasse verkaufen.

 

Von Rukwangali und kaltem Wasser

Am Donnerstag ging es für uns aber richtig los, wir besuchten zum ersten Mal alleine die Schulen. Für mich ging es zur Nagazaza Combined School, bei der ich offen und respektvoll empfangen wurde. Da ich den Studiengang Kindergarten/Unterstufe besuche, interessiere ich mich natürlich besonders für die Stufen Grade 0 bis Grade 2, was eine grosse Herausforderung für mich ist, da bis und mit Grade 3 hauptsächlich in der Lokalsprache Rukwangali unterrichtet wird.

In den ersten eineinhalb Wochen hospitierte ich nur oder leitete hin und wieder ein Spiel, wenn die Lehrperson mal kurz verschwand, und glaubt mir, es ist nicht selten, dass eine Lehrperson ohne etwas zu sagen 5-10 Minuten verschwindet, um etwas zu kopieren, zu telefonieren oder um auf die Toilette zu gehen.

Nach eineinhalb Wochen (und zwar genau heute) wurde ich abrupt ins kalte Wasser geworfen. Die Lehrperson, welche mich jeden Morgen zur Schule mitnimmt, eröffnete mir im Auto, dass sie nach der Pause abwesend sein wird und ich doch schauen soll, dass ihre 2. Klasse ruhig bis zum Unterrichtsende um 12:20 Uhr arbeitet. Guten Mutes übernahm ich die davor instruierten 50 Schülerinnen und Schüler (SuS) nach der Pause. Und ich sag es euch, es war das reinste Chaos! Die vor der Pause schön brav sitzenden SuS verwandelten sich in 50 wilde Hühner. Da es aufgrund der Sprachbarriere sehr schwierig war zu kommunizieren und ich nur einige Worte wie „Ruhe oder hinsetzen“ in Rukwangali sprach, machte so ziemlich jeder was er wollte. Ich versuchte es auf die verschiedensten Arten: Einfach da stehen und die Arme verschränken und auf Ruhe hoffen, rumbrüllen (so dass mir der Hals noch immer weh tut), laut durch die Finger pfeifen oder Bewegungsübungen mit einem Lied, welches sie kennen, nichts half! Die Masse liess sich bis zum Ende nicht bändigen. In Sachen Autorität kann ich bestimmt noch vieles von den hiesigen Lehrpersonen lernen.

 

Ich bin gespannt, was die Lehrperson Morgen zu meinem Bericht über die drei Lektionen sagen wird.

 

Mba (Tschüss auf Rukwangali)

 

 

Eines der vier Schulhäuser der Nagazaza Combined School

 

Neugierige Schülerinnen und Schüler

 

Wunderschöne Landschaft trifft auf Müll

 

Back to the roots - in diesem Spital bin ich geboren

 

Sonnenuntergang am Kavango River