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INTERTEAM Student 2016

Carmen schmidli

Steckbrief zu Carmen Schmidli

Aktueller Grad im Studium

4. Semester an der PH Luzern; Studiengang Primarstufe

 

Projekt-Einsatzdauer

08. August – 09. September 2016

 

Einsatzland

Mwanza, Tansania

 

Betreuung vor Ort durch INTERTEAM Fachperson

Cornelia Peltenburg, Personal- und Organisationsentwicklerin

 

Arbeitsgebiet

  • Unterstützung des Tanzania Early Childhood Development Network (TECDEN)
  • Durchführen einer Pilotstudie zur Prüfung des Instruments gemeinsam mit lokalen Mitarbeitenden (Besuch von Kleinkinder-Entwicklungszentren mit Kindern zwischen 2-5 Jahren in einer spezifischen Region in Mwanza)
  • Analyse von ersten Resultaten
  • Beschreibung der gelernten Lektionen bezüglich dem Prozess der Datensammlung
  • Schlüsse ziehen für weitere Schritte in den Bereichen Forschung und Programmentwicklung
  • Kurzes Training der lokalen Mitarbeitenden im methodischen Instrument, Prozess, Schritte, Datensammlung (coaching)

 

Erlebnisbericht 2

Erste Besuche der Early Childhood Development (ECD) Zentren

Mit Vorfreude erwartete ich den Montag und damit auch den ersten Besuch eines ECD-Zentrums. Die Besuche dieser ECD-Zentren dienen der Qualitätssicherung. Diese erfolgt mit Hilfe eines Fragebogens. Die Qualität der Zentren beinhaltet viele verschiedene Aspekte wie beispielsweise die Vielfalt der Lern- und Spielmaterialien, Ausbildung der Lehrperson/en, Unterrichtsmethoden sowie diverse Angebote der Schule.

 

Amani Girls Home

Mit dem Taxi ging es in Richtung „Amani Girls Home“, bei welchem wir (Carmen und Alessandra) von lächelnden Kindern empfangen wurden. Die grösseren Kinder haben noch den Platz vor dem Haus gefegt und die Kleinen haben sich auf den Schaukeln vergnügt. Von der Lehrerin haben wir erfahren, dass es noch ein paar Minuten dauern kann, bis der Unterricht beginnt, denn sie müsse noch das Schulzimmer in Ordnung bringen. Etwa eine halbe Stunde später sind alle Kinder ins Schulzimmer gerannt und wir gleich hinterher. In dieser Vorschule müssen die Kids ihre Schuhe ausziehen und sorgfältig vor der Türe hinstellen, bevor sie das Klassenzimmer betreten dürfen.

Wir beide und unsere Arbeitskollegin haben uns den ersten Beobachtungen gewidmet zur Überprüfung der Qualität.

Der Unterricht begann mit einem gemeinsamen Einstieg im Kreis, anschliessend konnten die jüngeren Kinder individuell (jeder auf einer Sitzmatte!) Puzzles machen, Holzklötze aufeinanderstapeln oder auch Buchstaben und Zahlen schreiben. Als die ersten Beobachtungen vollbracht waren, konnten wir uns zu den Kleinen setzen, um mit ihnen gemeinsam Domino zu spielen. Mit Händen und Füssen und unserem kleinen Suaheliwortschatz konnten wir uns verständigen. Es war schön zu sehen, wie schnell sich die Kinder uns gegenüber öffneten und sich über unsere Anwesenheit freuten.

Die älteren Schülerinnen und Schüler wurden auf drei Gruppentische aufgeteilt, an welchen sie Zahlen nachschrieben oder auch einfache Plus- und Minusaufgaben lösten. Und das im Alter von 4 bis 6 Jahren!

Nach einer intensiven Lernstunde haben alle Kinder ein „z’Nüni“ erhalten - Uji (Porridge-artiger Maisbrei), den sie gemeinsam im Kreis zu sich nahmen. Man kann es sich kaum vorstellen, wie ruhig und geduldig die Kinder waren.

Das tolle am Amani Girls Home ist, dass Strassenkinder auf dem Areal wohnen dürfen. Diese haben entweder auch am Unterricht teilgenommen oder sich draussen auf sicherem Gelände vergnügt.

Am Freitag der selben Woche wurden noch Aufnahmen des Unterrichts gemacht. Dabei stand die Interaktion der Lehrperson mit den Kindern im Vordergrund.

 

Montessori Schule

Am nächsten Morgen ging es bereits ins zweite Zentrum, einer Montessori Schule. Schwester Denise hat uns herzlich empfangen und konnte uns in einem Gespräch schon viele Fragen beantworten, welche für die Qualitätssicherung relevant sind. Anschliessend brachte sie uns zu jenem Schulgebäude, in welchem vier Klassen mit je ca. 40 Kindern auf mehrere Räume verteilt waren. Verglichen zum Amani Girls Home hat die Montessori Schule viel grössere Räume zur Verfügung.

Das Lern- und Spielmaterial war über den ganzen Raum verteilt und die Kinder hatten Zugang zu allen Materialen. Da sich die Montessori-Pädagogik dem Motto „Hilf mir es selbst zu tun“ richtet, haben die Kinder eigenständig gearbeitet.

Den Maisbrei (Uji) haben nicht alle zusammen zu sich genommen, sondern wenn sie das Bedürfnis hatten. Somit konnten sie sich zwischen dem Spielen an den bereits vorbereiteten Tisch setzten und Uji zu sich nehmen.

Nach diversen Beobachtungen hatten wir Zeit und Lust, uns mit den Kindern zu beschäftigen. In kleinen Gruppen oder auch mit einzelnen Kindern haben wir diverse Lernspiele gemacht.

Nach gut zwei Stunden hat sich die eine Lehrerin mit der Hälfte der Klasse nach draussen gesetzt, um eine „outdoor-lesson“ zu halten. Bei der „outdoor-lesson“ ging es darum, dass die Kinder Neues über ihre Umwelt lernen. Die Themen waren Pflanzen und Steine. Der Inhalt wurde den Kindern mit Liedern, Nachsprechen und Sammeln von diversen Pflanzen näher gebracht.

 

Die Schulzimmerwände waren bei beiden Zentren mit Buchstaben, Zahlen und von den Kindern gemachten Zeichnungen dekoriert, was eine gute Lernatmosphäre schafft.

 

Das Handpuppen-Projekt nimmt langsam Form an

Wir beide hatten noch einen Termin bei der Nähschule von TECDEN, um die nächsten Schritte des Handpuppen-Projekts zu besprechen. Trotz unseren begrenzten Suaheli-Kenntnissen meisterten wir die Besprechung mit der Schneiderin. Jetzt sind wir gespannt auf ihre Prototypen.

 

Nach einem erholsamen Wochenende inklusive Birthday-BBQ am Macintoshbeach steht am Montag ein weiterer Besuch des APDM-Zentrums bevor, in welchem wir auch unsere Beobachtungen festhalten werden und an den folgenden Tagen besteht die Möglichkeit, die Lern- und Spielmaterialen mit den Kindern zu testen, evtl. weiterzuentwickeln und eine definitive Auswahl zu treffen. Wir sind schon sehr gespannt!

 

 

Amani Girls Home

 

Einrichtung des Schulzimmers von Amani Girls Home

 

Wir beim gemeinsamen Spielen mit den Kindern des Amani Girls Home.

 

 

Einrichtung des Schulzimmers der Montessori Schule. Links sieht man den Tisch mit den drei Jungs, welche gerade den Uji geniessen. Im Vordergrund spielen zwei Kinder auf ihren Sitzmatten.

 

Drei motivierte kleine Kids beim Spielen mit Alessandra.

 

Gemeinsames Lernen zum Thema „meine Umwelt“.

 

Erlebnisbericht 1

 

Karibu sana Tanzania – Herzlich Willkommen in Tanzania

Es ist bereits fast einen Monat her, seit wir, Alessandra Cardozo und Carmen Schmidli, uns in den Flieger nach Tansania gesetzt haben. Wir fühlen uns bereits pudelwohl in unserer temporären Heimat und haben uns an das geschäftige Treiben entlang der Strassen und an die pole-pole-Mentalität (langsam-langsam) gewöhnt.

Vor unserem Einsatz für INTERTEAM hatten wir das Vergnügen, Tansania mit den Augen eines Touristen zu erkundigen. Die atemberaubenden Landschaften und imposante Tierwelt haben uns in ihren Bann gezogen. Den Abschluss unserer Reise und sicherlich eines der Highlights war Zanzibar. Noch heute schwelgen wir in unseren Träumen vom Glitzern des türkisfarbenen Meeres, dem Spiel der Gezeiten und der farbenfrohen und herzlichen Inselbevölkerung.

Mit einem Seefood-Barbecue unter Sternenhimmel liessen wir unser letzter Abend ausklingen. Vor gut einer Woche hiess es dann- next stop MWANZA!

 

All the way to Mwanza

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg Richtung Airport. Einerseits neigten sich unsere Ferien dem Ende entgegen, andererseits freuten wir uns riesig auf den Projekteinsatz. Doch die Anspannung blieb.

Völlig entgegen unseren Erwartungen ist unser Flug nicht nur pünktlich, sondern eine ganze halbe Stunde zu früh geflogen. So kam es, dass aus unserer geplanten Abflugzeit die Ankunftszeit in Daressalam wurde. Wer hätte das gedacht- wir sicherlich nicht! Als dann am Flughafen von Mwanza ein blauer Toyota mit Schweizer Pünktlichkeit auf den Flughafenparkplatz einfuhr, war unsere ganze Anspannung schnell verfolgen. Wir wurden von unserer Arbeitskollegin Cornelia Peltenburg und ihren zwei Kindern herzlich begrüsst. Nach kurzer dreissig-minütigen Fahrzeit waren wir auch schon in unserem neuen Zuhause für fünf Wochen angekommen.

Hier in Mwanza leben wir im zentralen Quartier Isamilo bei einer Holländerin, welche auch für Interteam arbeitet. Mit offenen Armen und zwei mit dem Schwanz wedelnden Hunden wurden wir auch hier herzlich willkommen geheissen.

In den nächsten Tagen übten wir uns mit ersten Kisuaheli- und Einkaufsversuchen. Dass wir bereits auf 10 zählen können, darauf sind wir sehr stolz und es erleichterte uns doch einige Preisverhandlungen am Gemüse- und Früchte-Soko (Markt).

 

Erste Arbeitswoche

Da der erste offizielle Arbeitstag bereits ein Feiertag war, hat sich unser Start vom Montag auf den Dienstag verschoben. Pünktlich um Viertel nach acht Uhr wurden wir von Cornelia abgeholt, um unsere erste Daladala-Fahrt zu erleben. Daladalas sind Kleinbusse die im Personennahverkehr eingesetzt werden. Dieses Transportmittel muss man bei einem Besuch in Tansania erlebt haben. Der „Schaffner“ eines Daladala klopft mit einer Münze an die Karosserie, um den Fahrer das Halten oder Anfahren zu signalisieren. Der Mitfahrende ruft einfach „chugga“ um bei der nächsten Haltestelle austeigen zu können. Egal wie weit man fährt, eine Daladala-Fahrt kostet stets 400 TSH- was keine 20 Rappen sind. Die Fahrer sind bemüht, den Kleinbus so voll wie möglich zu bekommen, da so mehr Geld eingenommen werden kann. Das heisst, dass in ein 10-Sitz Auto gerne einmal 20 Personen gepackt werden und man sich mit einem fremden Passagier auf dem Schoss anfreunden muss.

In der ersten Arbeitswoche bestand unsere Tätigkeit darin, dass wir die Fragebogen für die Pilot-Studie zur Qualitätssicherung der Vorschulzentren fertigstellten und deren Auswertung vorbereiteten. Weiter stellten wir tatkräftig Lern- und Spielmaterialen aus Recyclingmaterialien her, welche wir in den nächsten Wochen mittels eines Workshops mit Eltern erarbeiten werden. Zusätzlich zum Besuch dieser Zentren werden wir Handpuppen designen, welche für TECDEN einen kleinen „Zustupf“ generieren soll. Mehr dazu dann aber im nächsten Bericht.

 

Mit grosser Vorfreude sehen wir den geplanten Besuche der Early-Childhood-Development-Centern entgegen.

 

Kwa heri – Tschau!

 

Alessandra & Carmen

 

Buntes Farbenspiel am Strand von Zanzibar

 

Unser neues Zuhause in Mwanza – mit Hund Sascha

 

Besuch der Nähschule von TECDEN (Tanzania Early Childhood Development Network), in welcher erste Absprachen bezüglich den Handpuppen gemacht wurden.

 

Überfüllte Daladalas – gängigstes Transportmittel in Tansania

 

 

Spiel – und Lernmaterialen aus Recyclingmaterial