Einsatz von susan waltisberg

Beruf

Kauffrau, Spezialistin für Unternehmensorganisation mit Eidg. FA, Berufsbildnerin

 

Einsatzland

Tansania

 

Einsatzort

Mwanza

 

Einsatzdauer

23. Januar 2017 - 30. Juni 2019

Einsatz

Susan Waltisberg ist eine erfahrene Kauffrau mit Spezialisierung in Unternehmensorganisation. In ihrem Einsatz unterstützt Sie die Partnerorganisation EBLI durch die Schulungen der Mitarbeitenden der Administration. Bei FKT engagiert sie sich für die Gewinnung von Neugönnern und die Optimierung von administrativen Abläufen.

 

Durch den Einsatz von Susan Waltisberg werden die Leistungen der Partnerorganisationen für junge Mütter und gewaltbetroffene Kinder verbessert.

Partnerorganisationen "Education for better Living (EBLI), Foundation Karibu Tanzania (FKT)"

 

EBLI ist eine Nicht-Regierungsorganisation (NRO), die Schülerinnen und Schülern Unterricht in Sexualkunde und reproduktiver Gesundheit anbietet und damit einen aktiven Beitrag zur Reduktion von Teenagerschwangerschaften leistet. Zudem fördert EBLI junge Menschen, welche die Schule abgebrochen haben, wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen und ein Leben ohne Nötigung, Diskriminierung und geschlechtsspezifische Gewalt zu führen.

 

Für weitere Informationen zu EBLI

 

Die NRO Foundation Karibu Tansania setzt sich für den Schutz von Kindern ein. Im Fokus stehen Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt werden. FKT berät die Opfer, lässt sie medizinisch behandeln und bietet ihnen für eine gewisse Zeit Schutz, Unterkunft, Schulunterricht und medizinische Betreuung, mit dem Ziel, die Kinder nach Möglichkeit wieder in ihre Familien zu reintegrieren. Die Familien werden während des Prozesses begleitet und erhalten Coaching, das nach der Reintegration der Kinder in die Familien fortgeführt wird.

 

 

Endlich Aussicht auf ein Leben ohne Gewalt

Die 8-jährige Joyce wächst in einem gewalttätigen Elternhaus auf. Als sie im August 2017 im Kinderschutzzentrum der Foundation Karibu Tanzania (FKT) aufgenommen wird, trägt ihr Kinderkörper Zeugnisse dieser Gewalt: Gehirnerschütterung, Schwellungen im Gesicht, aufgeplatzte Lippen und Wunden von Schlägen im Gesicht, an Händen und Beinen. Bereits vernarbte Verletzungen zeigen, dass dies kein Einzelfall war.

 

Mit Stockschlägen malträtiert

Kurz vor dem Eintreten Joyces in das Schutzzentrum hatte sie aus Sicht ihrer Mutter zwei fatale Fehler begangen: Beim Gang zum Wasserholen für die Familie hatte sie sich verspätet und zudem ein Geldstück verloren. Die Folge waren Schläge mit einem Stock, aber auch mit den Händen. Die brutale Szenerie wurde von Nachbarn beobachtet, die geistesgegenwärtig die Polizei alarmierten. Kurz darauf wurde die Mutter festgenommen. Bereits nach zwei Tagen kam sie wieder auf freien Fuss mit der Auflage, wöchentlichen Therapiesitzungen im Zentrum von FKT beizuwohnen.

 

Die Familie geprägt von Alkoholismus und Gewalt

Joyce wächst nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Mutter auf, gemeinsam mit vier Geschwistern und dem neuen Lebenspartner der Mutter. Die Mitarbeitenden von FKT beobachten, dass die Mutter selbst wiederholt Wunden aufweist, die wahrscheinlich von häuslicher Gewalt herrühren. Nebst psychischen Problemen prägt ihr Leben eine schwere Alkoholsucht. Deswegen weiss das FKT-Team, dass die wöchentlichen Termine mit dem Psychologen zwar ein guter Anfang, aber nicht ausreichend sein werden. Joyces Mutter besucht deswegen zusätzlich noch Treffen der Anonymen Alkoholiker.

 

Die Arbeit von FKT

Nebst der Therapierung und Begleitung der Gewaltopfer, führt FKT auch Hausbesuche durch. Dabei wird beispielsweise überprüft, wie es den Geschwistern des Gewaltopfers geht, welches bei FKT aufgenommen wurde. Zudem ist der Zustand des Zuhauses ein wichtiger Gradmesser dafür, ob und wann die Kinder aus dem Schutzzentrum wieder in ihre Familien re-integriert werden können. Bei Joyce und ihrer Familie ist das noch ein langer Weg.

 

Wie geht es Joyce?

Die körperlichen Wunden sind kaum mehr zu sehen. Joyce beginnt sich langsam gegenüber dem Team von FKT und den anderen Kindern im Zentrum zu öffnen. Doch die unsichtbaren Verletzungen ihrer Psyche sind noch nicht abgeklungen. Zurzeit wird Joyce psychologisch durch die FKT-Mitarbeitenden betreut und begleitet. In drei Monaten wird man sehen, wie weit sich das Mädchen erholen konnte…die ersten Hürden für die Genesung hat sie bereits genommen.

 

 

Einblick in die Kinderzimmer im Zentrum der Foundation Karibu Tanzania.

 

Blick aus dem Kinderschutzzentrum in den Vorhof.

 

Langsam gewinnen die anderen Kinder im Schutzzentrum Joyces Vertrauen.

 

Joyce lernt wieder unbeschwert zu sein und zu lachen.