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Einsatz von Jasmine burkhard

Beruf

Sozialarbeiterin

 

Einsatzland

Bolivien

 

Einsatzort

Cochabamba, Sucre, Potosí und La Paz

 

Einsatzdauer

1. Februar 2015 – 31. August 2018

 

Fortführung des Einsatzes ab
01. Januar 2019  31. Dezember 2019

Beispiel eines Polizeigebäudes in Bolivien

 

Polizist/-innen verarbeiten ihre Fälle in Rollenspielen.

 

Jasmine Burkhard und der Kolonel der Spezialeinheit begleiten eine Intervisionssitzung.

 

Zwei Polizistinnen erzählen von ihren Erfahrungen im Einsatz.

Einsatz

Als Sozialarbeiterin unterstützt Jasmine Burkhard die nationale Leitung der FELCV bei der Schulung von 38 Polizistinnen als Multiplikatoren bei der Einführung von Intervisionsgruppen und Körperarbeit in Sucre, Potosí und La Paz.

 

Dadurch trägt Jasmine Burkhard zur langfristig besseren Betreuung von weiblichen Gewaltopfern und zum Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt bei. Ergänzend werden weitere 30 Mitarbeitende von Nichtregierungsorganisationen in der Intervisionsmethode geschult.

Partnerorganisation "Fuerza Especial de Lucha contra la Violencia (FELCV)"

Die FELCV ist die Sondereinheit der Polizei für Gewalt gegen Frauen. Sie ist verantwortlich für die Aufnahme von Anzeigen und die Sicherung der Beweislage, damit ein Strafverfahren eingeleitet werden kann. Die FELCV spielt als Erstanlaufstelle eine Schlüsselrolle bei der Opferbetreuung und ist auch in der Präventionsarbeit tätig.

 

In der letzten Einsatzphase wird Jasmine Burkhard die bei der Polizei in Cochabamba eingeführten Methoden auf weitere Departemente übertragen.

 

Ordnungshüter fühlen sich überfordert und alleingelassen

Nicht nur Opfer von Gewalt haben es in Bolivien ungleich schwerer als in anderen Ländern. Auch der «Freund und Helfer» fühlt sich im lateinamerikanischen Land oft überfordert und alleingelassen. Doch dies will die Fachperson Jasmine Burkhard ändern: Sie organisiert bei der Polizei einen regelmässigen Austausch zwischen Polizistinnen und Polizisten der Spezialeinheit für Gewaltverbrechen. Diese erhalten so die Möglichkeit, über Erlebtes zu berichten und sich gegenseitig moralisch und fachlich zu unterstützen.

 

Viele Gewaltfälle an Frauen in Bolivien enden in einer Schlichtung oder sie werden von Seiten der anzeigenden Frau fallen gelassen. Solche Fälle kratzen stark an der Moral der zuständigen Polizistinnen und Polizisten. In ihrer Ausbildung werden die bolivianischen Ordnungshüter nur mangelhaft auf ihre Arbeit mit Gewaltopfer vorbereitet. Die täglichen Fälle machen sie stumpf und unsensibel und oft wissen sie nicht damit umzugehen. Hinzu kommt die enorme Arbeitsbelastung, die unzumutbaren Arbeitszeiten und die schlechte Bezahlung. Dies alles hat gravierende Folgen: Opfer von Gewalt fühlen sich immer weniger ernst genommen von der Polizei, verlieren das Vertrauen in sie und ringen sich erst gar nicht mehr zu einer Anzeige durch. Dies erschwert den Kampf gegen Gewalt.

 

Um den Polizistinnen unter die Arme zu greifen und sie auf ihre Arbeit besser vorzubereiten, hat die Sozialarbeiterin Jasmine Burkhard Intervisionsgruppen ins Leben gerufen: Angehörige der Spezialeinheit für Gewaltdelikte haben hier die Möglichkeit, sich regelmässig über ihre Fälle auszutauschen und bei Arbeitskolleginnen und –kollegen Ratschläge und Unterstützung zu holen.

 

Der Fall von Viviana Sánchez

Vor zwei Monaten erhielt die Polizistin Viviana Sánchez einen Anruf über die Notrufnummer 911; sie wurde angewiesen, einen Fall familiärer Gewalt zu übernehmen und sich an das Domizil der um Hilfe rufenden Frau zu begeben. Als sie mit dem Fahrzeug der FELCV (Spezialeinheit) beim Tatort eintraf, bestätigte sich ihre Vermutung: Die Frau, welche angerufen hatte, erlitt offensichtlich physische Gewalt durch ihren Lebenspartner. Auch dieser befand sich vor Ort und wies einen deutlichen Rauschzustand auf. Er zog das Gewaltopfer an den Haaren, woraufhin Viviana den Täter in Gewahrsam nahm und ihn in die Gefängniszellen der FELCV brachte.

 

Mit einem Gewehr auf das Opfer geschossen

Anschliessend wurden alle notwendigen polizeilichen Handlungen für die Ermittlungen durchgeführt, wie beispielsweise Befragungen des Täters sowie des Opfers und möglicher Zeuginnen und Zeugen. Zur selben Zeit erfährt Viviana durch die Aussagen des Gewaltopfers, dass ihr Lebenspartner vor einigen Monaten mit einem Gewehr auf sie geschossen hat und eine Wunde verursachte, die in der Zwischenzeit verheilen konnte. Gemäss dem Gewaltopfer zeigte ihr Lebenspartner bereits seit längerer Zeit ein eifersüchtiges und aggressives Verhalten ihr gegenüber.

 

Rückzug der Anklage aus Angst

Die Ermittlerin verfolgte den Fall bei der Staatsanwaltschaft und tauschte sich regelmässig mit dem zuständigen Staatsanwalt aus. Dieser teilte ihr nach zwei Monaten mit, dass das Gewaltopfer eine Schlichtung beantragte. Vor einer Woche trat das Gewaltopfer mit Viviana in Verbindung und erklärte ihr wörtlich: „Wissen Sie, ich habe es mir nochmals genau überlegt und ich werde wieder zu meinem Lebenspartner zurückkehren. Er versicherte mir, dass er sich ändern werde und ich glaube ihm. Ich möchte meine Anzeige zurückziehen und den Fall nicht weiterführen.“

Lesen Sie jetzt das Ende der Geschichte im neuen Rundbrief von Jasmine Burkhard und erfahren Sie, wie die Gruppe auf den Fall von Viviana Sánchez reagiert hat und was sie ihr geraten haben...jetzt ab S.5

 

-> Rundbrief Nr.6 von Jasmine Burkhard