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Einsatz für gewaltbetroffene Kinder

Unser Baby

Menschen, die sich nicht um ihre Kinder kümmern oder ihnen sogar Gewalt antun, sind böse Menschen. Wirklich? Hier ein Beispiel aus meinem Einsatz, welches mich eines Besseren belehrt hat.

Bericht von Susan Waltisberg

 

 

Die zweijährige Nyonji wurde im letzten Jahr im Schutzzentrum der Foundation Karibu Tanzania (FKT) aufgenommen. Als INTERTEAM-Fachperson unterstütze ich das Schutzzentrum u.a. dabei, finanziell auf besseren Beinen zustehen; das Zentrum soll sich auch zukünftig für gewaltbetroffene Kinder einsetzen können. Nyonji hatte nicht nur Wunden und Narben von Schlägen, ihr Körper zeigte alle Anzeichen von extremer Vernachlässigung, wie Mangel- bzw. Unterernährung. In den ersten Wochen im Schutzzentrum wirkte Nyonji extrem apathisch. Kein Lachen, kein Weinen, sie sass einfach nur da, wollte nicht gehalten und berührt werden. Nach ungefähr drei Wochen schenkte sie uns ihr erstes Lachen und begann mit uns zu kommunizieren.

 

Wo ist die Mutter?

Das Konzept von FKT sieht vor, dass alle Eltern/Erziehungsberechtigten, die für die Qual der Kinder verantwortlich sind, einmal wöchentlich zur psychologischen Beratung ins Schutzzentrum kommen müssen. Sie lernen dort Stressbewältigungsmethoden oder Methoden zur gewaltfreien Kindererziehung. Ebenso stehen Lektionen in Familienplanung und gesunder Ernährung auf dem Programm. Diese Beratung ist obligatorisch, damit die Kinder, sobald sie körperlich und psychisch dazu in der Lage sind, wieder in ihre Familien zurückkehren können. Nyonjis Mutter nahm nicht an der Beratung teil. Sie war wegen ihrer Schwangerschaft dazu nicht in der Lage, zumal sie zu Hause noch zwei weitere Kinder, Zwillinge im Alter von einem Jahr, zu betreuen hatte.

 

Die Bürde des kleinen Bruders

Am 14. November 2017 erschien Nyonjis Mama zum ersten Mal zur Beratung im Schutzzentrum. Im Tragetuch mit dabei war der kleine Bruder, Saidi. Saidi weinte. Wir sagten der Mama, es sei in Ordnung, sie solle in stillen. Sie wollte nicht. Saidi weinte – bis wir nach über einer Stunde von der Mama verlangten, uns das Kind zu zeigen. Das Kind war am Verhungern. Da der kleine Junge mit einer Hasenscharte (Degeneration an der Lippe) geboren worden war, konnte er nicht gestillt werden. Hin und wieder schien er etwas Kuhmilch erhalten zu haben, aber wir hatten den Eindruck, die Mama wartete einfach darauf, dass der Kleine stirbt. Eine Frau aus der indischen Gemeinschaft Mwanzas spendierte uns am gleichen Tag die erste Büchse Babymilchpulver. Anschliessend erhielten wir unbegrenzt Milchpulver von Forever Angels Baby Home in Mwanza, ein Waisenhaus für Babies und Kleinkinder. Wir hätten Saidi gerne in die Hände dieses Waisenhauses gegeben, da er aber kein Waisenkind ist, war dies nicht möglich.

 

So fütterten und „hätschelten“ wir den Kleinen rund um die Uhr: Alle drei Stunden bekam er seine Milch aus der Flasche. Und er nahm erstaunlich schnell zu und entwickelte sich gut. Wog er Mitte November noch 1,8 Kilogramm (im Alter von 2 Monaten!), waren es zu Neujahr schon knapp 5 Kilo. Nun hatte er sein „Kampfgewicht“ erreicht, um die Hasenscharte operativ zu schliessen.

 

Lernen, genau hinzuschauen

Es ist einfach, „Rabenmutter!“ zu rufen. Aber was ist das für eine Frau und unter welchen Umständen lebt sie? Noch keine 30 Jahre alt, hat sie vier Kinder unter drei Jahren, von zwei verschiedenen Männern. Vom aktuellen Lebenspartner wurde sie verlassen, er unterstützt die Familie mit knapp 5000 Shilling pro Woche (ca. CHF 2.40) – das reicht auch in Tansania nicht zum Leben. Zudem leidet sie an einer schweren Depression, die nicht behandelt wird, da sie keine Krankenversicherung hat. Sie hat nicht einmal mehr die Kraft, um nach Hilfe zu fragen. Hasenscharten werden in Tansania kostenlos operiert. Doch ihr fehlte die Kraft, ins Krankenhaus zu gehen. Ebenso fehlt ihr (noch) die Energie, ihren kleinen Sohn und ihre älteste Tochter regelmässig im Schutzzentrum zu besuchen.

 

Die Sozialarbeiterin von FKT sucht momentan für die Mama eine Arbeitsstelle. Nun hoffen wir, dass eine Kombination von Medikamenten und bezahlter Arbeit der Mutter von Nyonji und Saidi eine neue Perspektive bietet.

 

 

 

 

 

Einsatzprofil

Susan Waltisberg

 

Die Kauffrau mit Spezialisierung auf Unternehmensorganisation engagiert sich seit 2017 für unseren lokalen Partner, die Foundation Karibu Tanzanania (FKT).

 

Durch die Mitarbeit von Susan Waltisberg werden die administrativen Abläufe sowie das Fundraising bei FKT verbessert. So kann sich die Organisation nachhaltig für Kinder einsetzen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in Würde ermöglichen.

 

→ Zum Einsatzportrait von Susan Waltisberg

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