Weckruf gegen Hunger und Armut

Medienmitteilung von über 30 Organisationen der Schweizer Zivilgesellschaft

Bern, 30. März 2016

 

«Weckruf gegen Hunger und Armut» gegen drohenden Kahlschlag bei der Entwicklungszusammenarbeit

Mehr als 30 Organisationen der Schweizer Zivilgesellschaft fordern die National- und Ständeräte auf, nicht auf dem Buckel der Ärmsten zu sparen, sondern 0.7% unseres Nationaleinkommens für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Unterstützt wird der «Weckruf gegen Hunger und Armut» von mehr als drei Dutzend prominenten Erstunterzeichnenden aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kirche, Sport, Kultur und Unterhaltung.

 

Am 22. März hat die Finanzkommission des Nationalrats beschlossen, die öffentlichen Entwicklungsgelder (APD, aide public au développement) auf 0.4% des Bruttonationaleinkommens zu kürzen. Mindestens ein Viertel der langfristig angelegten Schweizer Entwicklungszusammenarbeit (EZA) müsste damit gestrichen werden, erfolgreiche Aufbauarbeit würde zunichte gemacht. Der Bundesrat hatte noch im Herbst 2015 zum wiederholten Mal versichert, auch die Schweiz wolle den international angestrebten Wert von 0.7% erreichen.

 

Um dem drohenden Kahlschlag der EZA etwas entgegenzusetzen, lancierten heute 30 NGOs den «Weckruf gegen Hunger und Armut». Der Weckruf richtet sich an National- und StänderätInnen, welche in den kommenden Wochen über die Zukunft der Schweizer EZA entscheiden. Die NGOs fordern die Schweiz auf, nicht nur in akuter Not präsent zu sein, sondern sich gemäss unserer humanitären Tradition auch beim Aufbau gerechter Gesellschaften und von Rechtsstaatlichkeit zu engagieren und die weltweiten Bemühungen für ein Leben in Sicherheit, Freiheit und Würde zu fördern. Unterstützt wird der Weckruf von über drei Dutzend prominenten Erstunterzeichnenden, die mit ihren Statements die Dringlichkeit des Weckrufs unterstreichen.